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"Die Wyker sind sehr fahrfreudig"

Bestandsaufnahme von Verkehrs- und Stadtplaner im Zusammenhang mit Hotelneubau im Bauausschuss vorgestellt

Erschienen am 07.09.2010 im Inselboten


Der Baumbestand auf dem Gelände, wo sich noch das Haus Schöneberg befindet, wurde aufgenommen und bewertet.

"Dieser projektbezogene Bebauungsplan wird wie ein enges Korsett sein, der das gesamte Vorhaben und die künftige Art der Nutzung genau festlegt." Mit diesen Worten präsentierte der Stadtplaner Uwe Rilke den Entwurf zum geänderten Flächennutzungs- und Bebauungsplan für den Bereich des Hauses Schöneberg den Mitgliedern des Wyker Bauausschusses. Mit der Erarbeitung der Planunterlagen, die die rechtlichen Voraussetzungen für die Erstellung eines Hotels mit Hotel-Appartement-Anlagen darstellen, wurde der Vorhabenträger "Hospitality Concepts" beauftragt, und der hat sich nicht auf "die faule Haut gelegt".
Vielmehr haben Verkehrsplaner, Landschaftsarchitekten und -planer sowie Stadtplaner zunächst eine Bestandsaufnahme der Umgebung vorgenommen, um so die Auswirkung des geplanten "Wellnessresort Wyk Südstrand" auf das Landschafts- und Ortsbild einschätzen zu können. Eine Folge davon ist, dass das geplante Hotel mit einer Höhe von zirca 20,7 Metern fast drei Meter niedriger als das bisherige Gebäude der Schöneberger sein wird. Außerdem werden die am Eulenkamp vorgesehenen Parkplätze entfallen und zudem ein bepflanzter Lärmschutzwall zu dieser Straße entstehen, um eine Störung für dieses Gebiet zu vermeiden. Des weiteren werden in der Planung die Zufahrten zum Hotel-Grundstück auf vier reduziert.
Bei einer Kartierung des Geländes wurden der Baumbestand aufgenommen und bewertet; außerdem galt es, dem Artenschutz der in diesem Bereich lebenden Tiere Rechnung zu tragen. "Es geht uns darum", betonte Rilke, "die Eingriffe in die Natur zu minimieren und den parkähnlichen Charakter des Grundstückes zu erhalten."
Verkehrsplaner Bodo Fuhrmann hat sich, wie die Ausschuss-Mitglieder weiter erfuhren, ausführlich mit dem Verkehr in der Stadt befasst und kam dabei zur Feststellung, dass "die Wyker sehr fahrfreudig" seien. Nach seiner Überzeugung reisen fast 80 Prozent der Gäste mit dem Auto als "Koffer" an, um das Fahrzeug im Urlaub kaum zu verwenden. Zwar werde durch den Hotelbetrieb sicherlich eine Zunahme des Verkehrsaufkommens verbunden sein, doch könne dies verträglich abgewickelt werden. Allenfalls in den Nachtstunden könne eine leichte Zunahme des Lärms entstehen.
Als Ansatz zur Vermeidung von Verkehr hat der Planer auch den Einsatz eines Bus-Shuttles angedacht, der bereits in Dagebüll starten könnte und auch ein "Car-Sharing" hielt er für sinnvoll. In Wyk fehle generell, so Fuhrmann weiter, ein Verkehrs-Leitsystem für ankommende Urlauber.
Trotz der ausführlichen Erläuterungen des Entwurfes gab es im Ausschuss keine Abstimmung über die weitere Verfahrensweise bei der frühzeitigen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Zunächst, so die Überlegung, sollen die Fraktionen sich ausführlich mit dem Vorentwurf befassen können. Die endgültige Entscheidung liegt sowieso bei der Stadtvertretung, die noch im September zusammentreten wird.
Auf die Auswirkungen von extrem starkem Regen in Wyk ging zu Beginn der Sitzung Bauamts-Mitarbeiter Thomas Pielke ein. Die in Wyk gemessenen Mengen sind der Kategorie "Jahrhundertregen" zuzuordnen, mit dem theoretisch nicht so häufig zu rechnen sei. Man habe, so Pielke zum Sachstand, überall die Abflüsse gereinigt und einige Rückstauklappen zum Hafen hin geöffnet. Des weiteren sei ein Ingenieurbüro mit einer Untersuchung beauftragt, um die Schwachpunkte zu ermitteln.

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